Das vegetative Nervensystem (VNS)

Wie gestresst sind Sie wirklich?


Burnout ist ein Begriff aus dem Bereich der Kernenergie und wird für das Durchbrennen von Reaktorstäben bei Überhitzung oder zu geringer Kühlung verwendet. Auf den Menschen bezogen bedeutet es einen Zustand ausgesprochener emotionaler und körperlicher Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit als Folge von dauerhaftem Stress. Ausgelöst durch anhaltende Überforderung und/oder überhöhte Ansprüche an sich selbst.
Gefährdet sind vor allem Menschen, die
- sich über einen langen Zeitraum hinweg mehr Arbeit aufbürden, als sie leisten können
- beruflich oder privat eine zu große Verantwortung übernehmen müssen
- die berufliche Karriere über das Privatleben stellen
- das Wohl anderer über das eigene stellen

Die Folgen sind eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit bis hin zur totalen emotionalen Erschöpfung, nahe der Depression. Der Patient fühlt sich müde, empfindet keine Freude mehr und zweifelt an der Sinnhaftigkeit seines Tuns. Auf der körperlichen Ebene kann es insbesondere zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und Rückenschmerzen kommen.
Ein gesundes Herz schlägt, entgegen allgemeiner Meinung, nicht exakt regelmäßig, sondern zeigt ständig kleine Schwankungen der Herzschlagfolge. Das bedeutet, es finden sich kleine Schwankungen von Schlag zu Schlag: die sogenannte Herzratenvariabiliät (HRV). Auch wenn das Wissen um sie schon sehr alt ist: Die Möglichkeit einer Messung der Herzratenvariabilität stellt ein relativ neues Verfahren dar.
Gemessen wird hierbei die Veränderung des Abstandes der einzelnen Herzschläge. Diese spiegelt die Leistungsfähigkeit des Organismus bei der Bewältigung von Stress und außergewöhnlichen Belastungen wider. Auch im Bereich des Leistungssports wird die HRV Messung seit Jahren eingesetzt um frühzeitig Burnouts oder „Übertrainingszustände" feststellen zu können.
Eine gute Herzratenvariabilität ist Ausdruck einer hohen Anpassungsfähigkeit an alle äußeren und inneren Belastungen. Umgekehrt wächst die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, wenn sich das Herz nicht mehr anpassen kann. So geht eine gestörte Regulation mit zunehmender Starre und Gleichförmigkeit des Herzschlages einher. Die Schwankungen des Herzschlages hängen von der Atmung und vom vegetativen Nervensystem ab.

Das vegetative Nervensystem (VNS) – Stressachse des Körpers


Das vegetative Nervensystem steuert viele lebenswichtige Körperfunktionen, wie Atmung, Verdauung und den Stoffwechsel. Das Gehirn und das Hormonsystem kontrollieren das vegetative Nervensystem und sorgen dafür, dass die Organe gut funktionieren. Der aktivierende Sympathikus schützt den Körper vor Gefahren – Kämpfen oder Flüchten – und lässt ihn bei äußeren oder inneren Anforderungen blitzschnell reagieren. Über den Parasympathikus beruhigt das vegetative Nervensystem den geforderten Organismus, lässt ihn zur Ruhe kommen und die Energiereserven wieder auffüllen. Beim Gesunden wechseln sich diese Phasen von Anspannung und Entspannung ab. Der Mensch und sein Organismus sind in Balance.
In der heutigen Zeit werden jedoch die beruflichen, familiären und privaten Stressfaktoren wie Wut, Frust, Ärger und Angst selten über die entsprechende körperliche Aktivität (Sympathikus) abgebaut. Vielmehr kommt es zu einer Daueranspannung. Überwiegt der Sympathikus bei lang andauendem Stress, gerät der Körper aus der Balance. Die wichtige Aktivität des Parasympathikus für notwendige Reparaturprozesse im Immunsystem, im Herz-Kreislauf-Stoffwechsel und im Hormonsystem wird gehemmt. Es droht die Entstehung von Burnout, Depressionen, viralen Infekten, Herz-Kreislauf-Problemen, Fibromyalgie und vielen anderen chron. Erkrankungen.

Herzratenvariabilitäts-Analyse
In wenigen Minuten den aktuellen Zustand des vegetativen Nervensystems bestimmen


Die HRV-Analyse bietet die einzigartige Möglichkeit, einfach und schnell Einblick in die Regulationsfähigkeit des gesamten Organismus zu erhalten. Selbst wenn Blutparameter und andere Diagnoseverfahren noch keine Auffälligkeiten zeigen, kann bereits eine Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems vorliegen. Diese kann durch eine HRV-Analyse nachgewiesen werden. Sie bildet die Grundlage für vorbeugende bzw. therapeutische Maßnahmen. Die HRV-Analyse wird in manchen Kliniken routinemäßig auf Intensivstationen eingesetzt, um die Genesungsfähigkeit der Patienten bei kardiovaskulären Erkrankungen abzuschätzen.
In einer HRV-Analyse erhalten Sie Aufschluss über:
- den Funktionszustand des vegetativen Nervensystems und damit
- die Belastbarkeit des Körpers in Stress-Situationen
- sich anbahnende chron. Erkrankungen im Sinne eines Frühwarnsystems,
- die Regulationsfähigkeit überhaupt
- und schließlich über Ihr biologisches Alter

So funktioniert die Analyse


Die Messung Ihrer Herzratenvariabilität führe ich mittels einer sogenannten VNS-Analyse durch. Die VNS Analyse ist die erste, die mit einem iPad vorgenommen werden kann. Für die ca. 7 Minuten dauernde Messung lege ich Ihnen einen Brustgurt an (solch einen Gurt tragen häufig Sportler beim Training). Der Gurt hat zwei Kontaktflächen, die 520 x den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum anderen in Millisekunden aufzeichnen und die Ergebnisse per Funk auf das iPad übertragen.

Die Messung findet im bekleideten Zustand im Sitzen statt. Im Sitzen, weil in dieser Position die Körperentspannung normalerweise aktiv wird und die Körperspannung im Sitzen abnimmt. Das Ergebnis zeigt Ihnen, ob Ihr VNS im Ruhezustand in der Lage ist, die Aktivität des Parasympathikus anzuregen und die des Sympathikus zu reduzieren.

Zusammenfassend gesagt ist die VNS-Analyse eine wissenschaftlich anerkannte und kostengünstige Investition in die eigene Gesundheit. Bisher werden die Kosten nur von den privaten Kassen übernommen, für GKV-Versicherte handelt es sich um eine IGeL-Leistung.